Am Donnerstag erfuhr ich nach meinem Frühstück im Hostel (anscheinend das typisch peruanische Hostel-Frühstück bestehend aus Brötchen, gesalzener Butter und Marmelade, Eiern, Joghurt, Instantkaffee und frisch gepresstem Saft), dass mein Rucksack bereits auf dem Weg zu mir war, und so konnte ich gelassen zum Treffpunkt für die Free Walking Tour durch Lima Downtown laufen. Zum Glück hatten die Tour Guides Sonnencreme dabei, denn meine Unterarme, Gesicht und Dekolleté waren vom Vortag grellrot. Sogleich lernte ich ein paar andere Reisende kennen, darunter ein Pärchen aus Deutschland und Alex aus Straubing, die mir aufgrund ihrer nunmehr neunmonatigen Reise viele hilfreiche Tipps und Empfehlungen geben konnte und die mir versicherte, was ich bereits vermutet hatte: so unsicher, wie alle immer denken, ist Südamerika gar nicht. Wenn man ein paar einfache Dinge beachtet, wie zum Beispiel, dass man Wertgegenstände nicht offen herumträgt und sein Handgepäck nicht unbeobachtet lässt, dann passiert in den meisten Fällen auch nichts.
Mit der Metro fuhren wir nach Downtown. Die Haltestellen dafür befinden sich mitten auf den Hauptstraßen und sind nur mit aufgeladener Metrokarte über die Tore zugänglich. Wir bekamen den wichtigen Tipp, dass man Einheimische in Besitz einer Karte fragen kann, ob sie die eigene Fahrt auf ihre Karte laden können und so den Zutritt ermöglichen, sodass man sich keine eigene Karte für 5 Soles kaufen muss. Eine Fahrt kostet immer 2,50 Soles, also etwa 70 Cent. Wenn die Busse halten, öffnen sich automatisch die Tore der Haltestellen und Menschenmassen drängen sich in und aus den Bussen.
Als erstes steuerten wir den Plaza de Armas, oder auch Plaza Mayor, an - ein großer Platz um einen Bronzebrunnen, flankiert von der imposanten Catedral de Lima und dem nicht weniger eindrucksvollen Palacio de Gobierno, vor dem wir die von Musik begleitete Wachablösung um 12 Uhr miterlebten.
Durch die von Häusern mit gelber Fassade geprägte Fußgängerzone liefen wir zur hübsch anzusehenden rosafarbenen Iglesia de Santo Domingo und stiegen dort in einen Minibus, der uns exklusiv - wie uns mehrfach von seiten der Tour Guides versichert wurde - auf einen Hügel über 400 Metern fuhr, um uns dort eine einzigartige Sicht über Lima zu bieten. Nachdem wir den an dieser Stelle fast ausgetrockneten Río Rímac überquert hatten, wurden wir gebeten, die Fenster zu schließen - nicht etwas, weil das Viertel Rímac gefährlich sei, sondern lediglich, um kein Risiko einzugehen. Unser Tour Guide erklärte uns, dass Downtown nicht so kriminell sei, wie immer gesagt wird, jedoch sei das Viertel sehr wachstumsstark und gleichzeitig aber eher wirtschaftsschwach und somit sehr günstig - nie verwendete er das Wort arm zur Beschreibung der herrschenden Verhältnisse. Er erzählte uns von der Bewegung Lima Love, einer jungen Bewegung, die mit Street Art in diesen Gegenden auf die Ungleichheit aufmerksam machen und die Stadtteile gleichzeitig attraktiver gestalten wollte.
Die letzten Meter führten durch unglaublich enge und steile Gassen, die normalerweise eher mit Tuk Tuks statt mit Minibussen befahren werden, und dann waren wir angekommen und hatten einen 360 Grad-Blick über Lima.
Selbst von hier oben hörte man das nie aufhörende laute Hupen, und bei dem Anblick der Stadt konnten wir erahnen, wie riesig Lima war (fast 9 Millionen Menschen leben hier und damit fast ein Drittel der gesamten peruanischen Bevölkerung) und wie trocken (ein weiterer Fun Fact: Lima ist die zweittrockenste Stadt der Welt nach Kairo). Unser Guide wies uns darauf hin, wie deutlich man nun auch die soziale Ungleichheit in Lima sehen konnte anhand der eleganten, hoch gebauten Viertel der reicheren und einfachen, teilweise windschiefen Häuser der ärmeren Bevölkerung. Er warnte uns aber davor, die Stereotypisierung nicht zu hinterfragen und wies darauf hin, dass Gerüchte über die Kriminalität bestimmter Stadtteile und Bevölkerungsgruppen ganz bewusst geschürt würden.
Zurück in der Altstadt liefen wir durch eine schöne Halle neben dem Postamt und legten eine kurze Mittagspause ein, in der wir uns Empanadas kauften und kurz die Toilette aufsuchten. Auch dazu ein paar Worte: die öffentlichen Toiletten sind oft in einem grausigen Zustand, Seife und Toilettenpapier eine Seltenheit. Wenn letzteres vorhanden ist, dann oft in Form einer Rolle am Eingang, außerdem darf man es nie in die Toiletten schmeißen. Nicht gerade superhygienisch, aber aus China weiß ich, dass das Nichtbeachten dieser Regel tausendmal ekliger ist und in überschwemmten Toiletten endet.
Zu meinem Empanada kaufte ich mir noch eine Inka Cola, die hier überall verkauft und auch getrunken wird - mir ist das nicht verständlich, das gelbe Getränk schmeckt so wie es aussieht, künstlich und pappsüß mit einem seltsamen Nachgeschmack nach Kaugummi.
Vor einem der vielen kolonialen Gebäude, der Casa de la Literatura Peruana, erzählte unser Guide uns vom paradoxen Rassismus in Peru: in Lima brüsteten sich einige Peruaner damit, von den Spaniern abzustammen, und in Cuzco brüsteten sich einige Peruaner damit, Inka-Blut in sich zu haben - in beiden Fällen würden die jeweils anderen Peruaner verachtet.
Nach einem Halt vor dem Monasterio de San Francisco, das für seine Katakomben bekannt ist, liefen wir durch einen Markt zu unserer letzten Station: einer Verkostung des Nationalgetränks Pisco, einem Traubenschnaps. Pur schmeckt er schon nicht schlecht, aber die drei folgenden Cocktailvariationen schmeckten noch besser - entweder sauer mit Limettensaft oder süß mit Maracuja oder Sahne.
Ein paar von uns entschieden sich, die Verkostung in einer anderen Umgebung weiterzuführen, und so fand ich mich mit Morgan aus Hawaii, Anne aus England, Mélissa aus Belgien und drei weiteren Reisenden aus Norwegen und Australien in einem Lokal mit Happy Hour wieder. Der Chilcano schmeckt eher bitter und mir entsprechend nicht so gut, aber der Pisco Sour, der peruanische Cocktail schlechthin, ist wirklich wahnsinnig lecker - lediglich das aufgeschäumte Eiklar müsste meiner Meinung nach nicht auf dem Cocktail schwimmen, aber uns wurde bereits erklärt, dass kein peruanischer Barmann dieses weglassen würde.
Die typischen Themen von Reisenden wurden besprochen - woher bekommt ihr Informationen, nutzt ihr couchsurfing, wo wart ihr bisher, habt ihr Empfehlungen und was waren eure besten Erlebnisse bisher? Dabei musste ich an Jasmijn denken, die damals meinte, wir würden uns deswegen so gut verstehen, weil unser Humor und unsere Art sehr ähnlich und ihrer Meinung nach sehr europäisch waren - nun, in diesem Fall fühlte ich mich daran erinnert, denn Morgan und Anne waren laut und aufgedreht, während Mélissa beispielsweise eher ruhig war, dabei aber nicht weniger witzig. Und eine weitere Sache war mir davon unabhängig aufgefallen: ich hatte bisher nur Reisende kennen gelernt, die bereits berufstätig waren! Keine studentischen Backpacker, wie ich es sonst kannte. Morgan und Anne hatten vor, sich die kostenlose Vorpremiere des Balletts Don Quijote im Teatro Municipal anzusehen, und Mélissa, der Norweger, dessen Namen ich nicht weiß, und ich schlossen uns ihnen spontan an. Vor dem Theater hatte sich bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn eine Schlange gebildet, die sich um zwei Blöcke herum zog. Beim Warten stellte ich fest, dass in der gesamten Straße nur Optiker waren, und Mélissa erzählte mir, dass sie schon oft gesehen habe, dass in einer Straße nur eine Geschäftsform vertreten sei. Wir holten uns abwechselnd von den Straßenständen noch etwas zum Essen - in meinem Fall ein einfaches Avocadosandwich, also ein helles Brötchen mit einer Scheibe Avodado darin, für nur 1 Soles, also etwa 30 Cent! Leider waren die ersten Tickets vergeben worden, als Mélissa und ich gerade weg waren, und wir mussten uns nochmal hinten anstellen, doch das lange Warten lohnte sich und wir durften schließlich das wunderschöne Theater betreten - mein erstes Mal mit Flip-Flops im Ballett.
Das Ballett selbst war in Ordnung, mir persönlich aber zu viel Klamauk und tänzerisch eher medioker, allerdings waren die Kostüme sehr schön - und außerdem war es kostenlos! Mitten in der Vorstellung holte mich leider mein Jetlag ein, und so war ich froh, dass wir uns nach der Vorstellung ein Taxi teilten - zu fünft für 15 Soles und somit nur unwesentlich teurer als der Bus (ja, zu fünft - zu viert auf der Rückbank zu sitzen ist hier kein Problem) - das uns noch einen Blick auf den nächtlich beleuchteten riesigen Plaza San Martín ermöglichte, und ich mich in Miraflores von den anderen verabschieden und in mein Bed fallen konnte.
Samstag, 16. April 2016
Donnerstag, 14. April 2016
Ankunft in Lima
Am 12. April war es soweit: 18.45 Uhr erhob sich mein Flugzeug in die Luft - und landete bald wieder, schließlich ging es für mich zunächst lediglich von Leipzig nach Frankfurt, wenn auch nicht ohne Verspätung, da vor unserem Flugzeug noch dreißig weitere in der Warteschleife um die Landeerlaubnis hingen. Von Frankfurt flog ich nach São Paulo und hatte das Glück, in einem sehr leeren Flugzeug zu sitzen, wodurch ich mich über drei Sitze hinweg ausbreiten und so relativ gut schlafen konnte.
Bedingt durch die entstandene Verspätung wurden ein weiterer Passagier und ich abgeholt und im Laufschritt zum Abfluggate nach Lima begleitet, sodass wir durchgeschwitzt, aber zehn Minuten vor Abflug das Gate erreichten. Alle um mich herum redeten mit mir auf portugiesisch, doch mit Händen und Füßen konnten wir uns verständigen. Nach insgesamt 21 Stunden Flug war es dann schließlich soweit: ich betrat peruanischen Boden.
Wie schon vor meiner Abreise war ich nervös - was genau würde mich erwarten? Wie unterschiedlich würde ich die Kultur erleben? Wie unsicher sind die Straßen Perus wirklich? Wie frei konnte ich mich fühlen?
Die erste Hürde, die Einreise, überwand ich nicht gerade wie erhofft. Statt den maximal gestatteten 180 gewährten Tagen für ein Visum wurden mir lediglich 60 erteilt. Der Grenzbeamte ließ keine Diskussionen zu, und weder meine mehrmaligen Versuche, ihm die Situation zu schildern, noch die Versuche einer Kollegin, die mich wohl eher verstand, brachten ihn dazu, die kleine Zahl nochmal zu ändern. Ich könne ja einen Antrag auf Erhöhung der gewährten Tage in der Aufsichtsbehörde für Migration in Lima stellen, aber 60 Tage müssten mir eigentlich reichen. Etwas aufgelöst gab ich irgendwann auf und ging zum Gepäckband, schon mit der bösen Vorahnung, dass mein Gepäck bei dem Transfer von weniger als einer halben Stunde bestimmt nicht mitgekommen war. Tatsächlich war dem so, und so machte ich mich zunächst nur mit meinem Handgepäck auf den Weg in mein Hostel.
Meine Eindrücke summierten sich rasend schnell, doch was mich lange irritierte war das grelle Licht, das aber nicht durch eine dicke Smogschicht zu kommen schien. Erst später realisierte ich, dass es sich nicht um Smog, sondern um Nebel handelt, und las, dass diese sichtbar durch die Straßen Limas wabernde Nebelschwaden schon einige Autoren zu ein paar Zeilen über Lima inspiriert hatten. Die Straßen waren voll, die Spuren schienen nicht zu existieren, lautes Hupen bildete die grundlegende Geräuschkulisse. Überall waren Menschen - auf den Fußgängerinseln, den Straßen, in den Läden an den Straßenseiten und in vollen Minibussen. Als wir entlang der Klippen nach Miraflores, dem Viertel, in dem mein Hostel lag, fuhren, konnte ich nur erahnen, dass rechterhand der Pazifik liegen musste - sehen konnte man durch den dichten Nebel nach wie vor nichts.
Im Hostel angekommen, stellte ich erleichtert meine Tasche ab und war froh, sicher angekommen zu sein, und einen netten Briten als Hostelbesitzer kennen zu lernen, der mir sogleich ein paar Tipps mit auf den Weg gab und mir versicherte, Miraflores sei sehr sicher und man müsse sich abends nicht ins Zimmer einschließen.
Sogleich machte ich mich auf den Weg und lief die großen Hauptstraßen in Miraflores entlang, nach wie vor die Eindrücke sammelnd und die Stimmung aufsaugend und dadurch noch etwas überfordert. Ich kaufte mir ein SIM-Card, legte einen kurzen Stop in einem schönen Park mit vielen, vielen streunenden Katzen ein und genoss es, den blauer werdenden Himmel zu betrachten und die Sonne auf mich brutzeln zu lassen.
Miraflores ist seine Neuheit anzusehen: im Grunde ziemlich hässliche hohe Bauten reihen sich aneinander, in denen sich lokale Läden und große Ketten aus den westlichen Ländern pressen und ab und an ein Hotel oder Casino, abseits der großen Straßen befinden sich die ähnlich aussehenden Wohnviertel. Nach diesen wenig ästhetischen, wenn auch interessanten Eindrücken, hoffe ich auf ein schönes Panorama vom Larcomar aus, einem in die Klippen neugebauten Einkaufszentrum über mehrere Etagen. Doch außer ein paar dünnen Ausläufern von Wellen blickte ich nur auf die undurchdringliche Nebelwand. Wie sich der Nebel konstant in Richtung der Stadt fortbewegte, sah trotzdem wahnsinn aus.
Satt, zufrieden, verschwitzt und mit Hitzeausschlag (kein Wunder nach einem Tag in Wanderschuhen bei 25° - nie wieder ohne Wechselschuhe im Handgepäck fliegen!) und leider auch sehr verbrannt kehrte ich schließlich ins Hostel zurück und bekämpfte meinen Jetlag, der mich seit 18.00 Uhr schon einholte.
Mein Fazit für den ersten Tag: nach einem etwas blöden Start und einem gemischten ersten Eindruck der Stadt habe ich schon am ersten Tag eine wunderschöne Ecke in Lima entdeckt und einen überraschend schönen Tag verbracht!
Bedingt durch die entstandene Verspätung wurden ein weiterer Passagier und ich abgeholt und im Laufschritt zum Abfluggate nach Lima begleitet, sodass wir durchgeschwitzt, aber zehn Minuten vor Abflug das Gate erreichten. Alle um mich herum redeten mit mir auf portugiesisch, doch mit Händen und Füßen konnten wir uns verständigen. Nach insgesamt 21 Stunden Flug war es dann schließlich soweit: ich betrat peruanischen Boden.
Wie schon vor meiner Abreise war ich nervös - was genau würde mich erwarten? Wie unterschiedlich würde ich die Kultur erleben? Wie unsicher sind die Straßen Perus wirklich? Wie frei konnte ich mich fühlen?
Die erste Hürde, die Einreise, überwand ich nicht gerade wie erhofft. Statt den maximal gestatteten 180 gewährten Tagen für ein Visum wurden mir lediglich 60 erteilt. Der Grenzbeamte ließ keine Diskussionen zu, und weder meine mehrmaligen Versuche, ihm die Situation zu schildern, noch die Versuche einer Kollegin, die mich wohl eher verstand, brachten ihn dazu, die kleine Zahl nochmal zu ändern. Ich könne ja einen Antrag auf Erhöhung der gewährten Tage in der Aufsichtsbehörde für Migration in Lima stellen, aber 60 Tage müssten mir eigentlich reichen. Etwas aufgelöst gab ich irgendwann auf und ging zum Gepäckband, schon mit der bösen Vorahnung, dass mein Gepäck bei dem Transfer von weniger als einer halben Stunde bestimmt nicht mitgekommen war. Tatsächlich war dem so, und so machte ich mich zunächst nur mit meinem Handgepäck auf den Weg in mein Hostel.
Meine Eindrücke summierten sich rasend schnell, doch was mich lange irritierte war das grelle Licht, das aber nicht durch eine dicke Smogschicht zu kommen schien. Erst später realisierte ich, dass es sich nicht um Smog, sondern um Nebel handelt, und las, dass diese sichtbar durch die Straßen Limas wabernde Nebelschwaden schon einige Autoren zu ein paar Zeilen über Lima inspiriert hatten. Die Straßen waren voll, die Spuren schienen nicht zu existieren, lautes Hupen bildete die grundlegende Geräuschkulisse. Überall waren Menschen - auf den Fußgängerinseln, den Straßen, in den Läden an den Straßenseiten und in vollen Minibussen. Als wir entlang der Klippen nach Miraflores, dem Viertel, in dem mein Hostel lag, fuhren, konnte ich nur erahnen, dass rechterhand der Pazifik liegen musste - sehen konnte man durch den dichten Nebel nach wie vor nichts.
Im Hostel angekommen, stellte ich erleichtert meine Tasche ab und war froh, sicher angekommen zu sein, und einen netten Briten als Hostelbesitzer kennen zu lernen, der mir sogleich ein paar Tipps mit auf den Weg gab und mir versicherte, Miraflores sei sehr sicher und man müsse sich abends nicht ins Zimmer einschließen.
Sogleich machte ich mich auf den Weg und lief die großen Hauptstraßen in Miraflores entlang, nach wie vor die Eindrücke sammelnd und die Stimmung aufsaugend und dadurch noch etwas überfordert. Ich kaufte mir ein SIM-Card, legte einen kurzen Stop in einem schönen Park mit vielen, vielen streunenden Katzen ein und genoss es, den blauer werdenden Himmel zu betrachten und die Sonne auf mich brutzeln zu lassen.
Miraflores ist seine Neuheit anzusehen: im Grunde ziemlich hässliche hohe Bauten reihen sich aneinander, in denen sich lokale Läden und große Ketten aus den westlichen Ländern pressen und ab und an ein Hotel oder Casino, abseits der großen Straßen befinden sich die ähnlich aussehenden Wohnviertel. Nach diesen wenig ästhetischen, wenn auch interessanten Eindrücken, hoffe ich auf ein schönes Panorama vom Larcomar aus, einem in die Klippen neugebauten Einkaufszentrum über mehrere Etagen. Doch außer ein paar dünnen Ausläufern von Wellen blickte ich nur auf die undurchdringliche Nebelwand. Wie sich der Nebel konstant in Richtung der Stadt fortbewegte, sah trotzdem wahnsinn aus.
Nachdem ich ein Weilchen auf dem Platz verweilt war und sich aber nichts an der Nebelwand bewegte, lief ich los entlang der Klippen, wo sich ein angeblich wunderschöner Spazierweg erstreckte. Und ich wurde nicht enttäuscht: verschieden gestaltete Parkanlagen, mosaikbesetzte Wände, Spielplätze, Sportplätze und angelegte Gärten zogen sich entlang der Küste, immer mit dem Panorama der steilen Klippen und des Pazifiks im Hintergrund, der während meines Spaziergangs immer sichtbarer wurde - bis ich schließlich entlang des blauen Himmels bis zum Horizont blicken konnte.
Auf halber Strecke machte ich mit einem Physikstudenten aus Lima Bekanntschaft, mit dem ich mich auf Anhieb gut verstand und der mich ein Stück begleitete. Er sprach gutes Englisch, wodurch ich mich erstmals an diesem Tag normal mit jemandem verständigen konnte, und zunehmend versuchte ich auch, ein paar Sätze auf Spanisch zu formulieren. Brayan schlug schließlich vor, mir eines seiner Lieblingslokale in Miraflores zu zeigen, also fuhren wir mit dem Bus für umgerechnet 13 Cent ein Stück zurück und kehrten in einem unscheinbaren Lokal ein, wo er mir ein typisch peruanisches Gericht empfiehl: Trucha frita, also frittierte Forelle, servierte mit Salat, Reis und (!) Pommes. Es war wirklich lecker, aber eine wahnsinnig große Portion - und das für nur 18,50 Soles, also knapp 5 Euro.
Satt, zufrieden, verschwitzt und mit Hitzeausschlag (kein Wunder nach einem Tag in Wanderschuhen bei 25° - nie wieder ohne Wechselschuhe im Handgepäck fliegen!) und leider auch sehr verbrannt kehrte ich schließlich ins Hostel zurück und bekämpfte meinen Jetlag, der mich seit 18.00 Uhr schon einholte.
Mein Fazit für den ersten Tag: nach einem etwas blöden Start und einem gemischten ersten Eindruck der Stadt habe ich schon am ersten Tag eine wunderschöne Ecke in Lima entdeckt und einen überraschend schönen Tag verbracht!
Mittwoch, 13. April 2016
Beginn einer neuen Reise
Das letzte Jahr steckte voller wunderbarer Erfahrungen und Erlebnisse, und vielen für mich bedeutsamen Anfangs- und Endpunkten kleinerer und größerer Lebensabschnitte. Im Sommer ging nach einem wunderschönen letzten Semester in Münster - mit langen Sommertagen und Sommernächten auf dem Balkon oder am See, ausgieben Pancake-Frühstücken in der WG, vielen Besuchen lieber Freunde wie Paul, Juliette, meiner Firmpatin und meiner Mutter und sogar Angel aus Berkeley, leckeren Kochabenden und Kochevents, lustigen Partynächten, einer beschwingenden Zeit im Gospelchor, seltsamen Nebenjobs und bezaubernden Sommertagen auf dem Auf weiter Flur-Festival - meine Studienzeit mit Abschluss meiner Bachelorarbeit zu Ende, und ich entschied mich, ein Gap Year zwischen Bachelor und Master einzulegen.
Meine erste Station führte mich nach Mainz und in die strategische Personalentwicklung von DB Schenker Rail. In den drei Monaten in Mainz lernte ich nicht nur in meinem Praktikum wahnsinnig viel, sondern hatte auch das Glück, sehr liebe Menschen in meiner WG, im Freundeskreis und im Team kennen zu lernen. Mainz entpuppte sich als überraschend schöne Stadt mit vielen sehenswerten Ecken und in einer großartigen Lage, die mir Besuche in Frankfurt und Wiesbaden ermöglichte, sodass ich in dieser Vorweihnachtszeit vier Weihnachtsmärkte zu sehen bekam. Highlights an den Wochenenden waren die Audio Invasion in Leipzig mit Sergej, Paul, Alina und Marie, das großte Chortreffen aller ESG-Chöre in Frankfurt, wo ich mit Lena teilnahm, und viele Wochenenden in Münster und Steinfurt.
Für meine zweite Station zog ich im Januar nach Hamburg und begann mein Praktikum in der Strategie- und Organisationsberatung bei zeb. So hatte ich das Glück, drei Monate in einer der für mich schönsten Städte Deutschlands zu leben. Während ich unter der Woche in Berlin arbeitete - wieder mit einem tollen Team - und erneut eine steile Lernkurve durchlief, entdeckte ich an den Wochenenden Hamburg für mich.
Und glücklicherweise hatte ich Gelegenheit, neben diesen größeren Stationen auf weiteren kurzen Reisen mir vorher unbekannte Städte kennen zu lernen. Neben einem Urlaub mit meiner Familie in die Gegend Venedigs entdeckte ich mit meinen damaligen Mitbewohnerinnen Alina und Marie die zwei wunderbaren Hauptstädte Prag und Budapest und kurz vor Silvester Enschede, und mit Juliette mit Warschau und Krakau zwei weitere sehenswerte und beeindruckende osteuropäische Städte. Mit Lilli fuhr ich zu ihrem Geburtstag nach London, und mit Sergej verbrachte ich spontane Kurzurlaube in Mailand und in Zürich, wo wir Karo besuchten.
Und nun hat meine dritte und letzte Station meines Gap Years gerade begonnen: meine Zeit in Lateinamerika. Damit geht für mich ein langjähriger Traum in Erfüllung und ich freue mich auf die fast fünf Monate, die ich nun hier verbringen werde. Wieder mal habe ich seit über einem Jahr immer wieder recherchiert, nachgedacht und mit Freunden gesprochen, die bereits in Lateinamerika waren, und langsam kristallisierte sich ein Plan heraus, der nun Realität wird. Die Organisation neben meinen Prakika hat sich gelohnt, denn nun sitze ich hier, in einem Hostel in Lima und bin dort, wo ich schon so lange sein wollte.
Und so habe ich kurzerhand meinen Blog umbenannt - statt über meinen wahrgewordenen kalifornischen Traum berichte ich nun über mein Lateinamerika-Abenteuer.
Meine erste Station führte mich nach Mainz und in die strategische Personalentwicklung von DB Schenker Rail. In den drei Monaten in Mainz lernte ich nicht nur in meinem Praktikum wahnsinnig viel, sondern hatte auch das Glück, sehr liebe Menschen in meiner WG, im Freundeskreis und im Team kennen zu lernen. Mainz entpuppte sich als überraschend schöne Stadt mit vielen sehenswerten Ecken und in einer großartigen Lage, die mir Besuche in Frankfurt und Wiesbaden ermöglichte, sodass ich in dieser Vorweihnachtszeit vier Weihnachtsmärkte zu sehen bekam. Highlights an den Wochenenden waren die Audio Invasion in Leipzig mit Sergej, Paul, Alina und Marie, das großte Chortreffen aller ESG-Chöre in Frankfurt, wo ich mit Lena teilnahm, und viele Wochenenden in Münster und Steinfurt.
Für meine zweite Station zog ich im Januar nach Hamburg und begann mein Praktikum in der Strategie- und Organisationsberatung bei zeb. So hatte ich das Glück, drei Monate in einer der für mich schönsten Städte Deutschlands zu leben. Während ich unter der Woche in Berlin arbeitete - wieder mit einem tollen Team - und erneut eine steile Lernkurve durchlief, entdeckte ich an den Wochenenden Hamburg für mich.
Und glücklicherweise hatte ich Gelegenheit, neben diesen größeren Stationen auf weiteren kurzen Reisen mir vorher unbekannte Städte kennen zu lernen. Neben einem Urlaub mit meiner Familie in die Gegend Venedigs entdeckte ich mit meinen damaligen Mitbewohnerinnen Alina und Marie die zwei wunderbaren Hauptstädte Prag und Budapest und kurz vor Silvester Enschede, und mit Juliette mit Warschau und Krakau zwei weitere sehenswerte und beeindruckende osteuropäische Städte. Mit Lilli fuhr ich zu ihrem Geburtstag nach London, und mit Sergej verbrachte ich spontane Kurzurlaube in Mailand und in Zürich, wo wir Karo besuchten.
Und nun hat meine dritte und letzte Station meines Gap Years gerade begonnen: meine Zeit in Lateinamerika. Damit geht für mich ein langjähriger Traum in Erfüllung und ich freue mich auf die fast fünf Monate, die ich nun hier verbringen werde. Wieder mal habe ich seit über einem Jahr immer wieder recherchiert, nachgedacht und mit Freunden gesprochen, die bereits in Lateinamerika waren, und langsam kristallisierte sich ein Plan heraus, der nun Realität wird. Die Organisation neben meinen Prakika hat sich gelohnt, denn nun sitze ich hier, in einem Hostel in Lima und bin dort, wo ich schon so lange sein wollte.
Und so habe ich kurzerhand meinen Blog umbenannt - statt über meinen wahrgewordenen kalifornischen Traum berichte ich nun über mein Lateinamerika-Abenteuer.
Dienstag, 5. April 2016
Finden eines Abschlusses für meine Amerikazeit
Wie verfasst man ein Fazit für eine so aufregende Zeit? Wie findet man abschließende Worte, in denen möglichst alles verpackt ist, was man während des Weggehens und Abschiednehmens fühlt? Ich habe es direkt vor meinem Abflug versucht, dies war das Resultat:
When I left Germany roughly 6 months ago, my sister gave me letters for certain situations. I never opened the one that says 'whenever you feel homesick'. I wanted to make the best out of every single day, and looking back, I think I did. Leaving Berkeley feels like leaving home. It hurts, and only the thought that I will return some day makes it bearable to take the flight back to Europe.
The dominant feeling about my semester abroad is thankfulness. I am incredibly thankful that I got the opportunity to study at this outstanding university and to learn so many things in such an educated environment. I am thankful for the experiences I could make there and while I was traveling. I am thankful that I got to know the most impressive, interesting, inspiring and wonderful people. You made me recover my passion for people.
I will miss Berkeley's diversity that can be found in every single part of everyday life, and the liberal and active attitude of Berkeley students. I will miss to live as close to the city - I never got used to the beauty of San Francisco. I fell in love with it even more with every minute I spent there, and every area I explored underlined the variety that this amazing city has to offer. I will miss the stunning and multifaceted nature, the continuously fantastic weather and the Californian lifestyle, including the open-mindedness and kindness of everyone.
I experienced the most beautiful, adventurous, funniest and abstrusest things. I am heading back now with a mind full of people and times to remember, and a lot of stories to tell.
Before I leave I just want to say one more thing: thank you to every single one of you who made my time in the states what it was and will stay: unforgettable.
Nun liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zwischen dem Verfassen dieser Zeilen und dem heutigen Tag. Nichtsdestotrotz war es mir ein Anliegen, die Geschichte dennoch zu Ende zu schreiben und das Erlebte bis zum Schluss festzuhalten. Dies liegt vor allem daran, dass diese Monate für mich sehr bedeutsam waren. Ich habe das direkt nach meiner Rückkehr festgestellt (nach der ich übrigens wochenlang mit einer verschleppten Bronchitis gekämpft habe), aber auch in den Monaten danach. Ich war selbstbewusster, habe mir nicht länger eingeredet, introvertiert zu sein und Schwierigkeiten zu haben, neue Leute kennen zu lernen, und traute mir verstärkt selbst zu, meine Ziele zu erreichen und meine Pläne in die Tat umzusetzen.
Die Erfahrungen, die ich in Amerika gemacht habe, haben viel in mir bewegt. Die Erfahrung, dass vieles möglich ist, wenn man den Willen zur Umsetzung mitbringt, nicht aufgibt und einem das Glück ein wenig in die Hände spielt. Die Erfahrung, dass sich alles immer irgendwie fügt, auch wenn man bei Besteigen des Flugzeugs oder des Autos noch nicht weiß, wo man am Abend schläft und zwischendurch an den eigenen Ideen zweifelt. Die Erfahrung, dass Offenheit und der Mut, auf Menschen zuzugehen, oft mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft belohnt wird. Die Erfahrung, dass man durch das Leben an anderen Orten und auf Reisen so vieles lernen kann über Kulturen, seine Mitmenschen und auch sich selbst. Die Erfahrung, dass man überall auf der Welt Freunde finden kann, die einem erhalten bleiben. Die Erfahrung, dass große Träume und Pläne sich in die Gegenwart verwandeln können. Und die Erfahrung, dass man aktiv lenken kann, was passiert.
Ich denke, das ist für mich auch rückblickend die wichtigste Erkenntnis gewesen. Mein Leben prasselt nicht auf mich ein, ist nichts, was ich nur passiv erlebe und mich überrollt. Meine früheren Erfahrungen prägen mich, aber bestimmen nicht, wer ich bin. Ich kann selbst bestimmen, wie ich auftrete, wie ich meine Zeit gestalte und mit wem ich meine Zeit verbringe. Wenn ich ein Ziel habe, dann kann ich das erreichen.
Alles ist möglich. Mach das Beste daraus. Das klingt so wahnsinnig plakativ, wie ein Spruch aus einem Glückskeks. Ständig hört man diese Sprüch - carpe diem, lebe deinen Traum, tu was du liebst und lieb was du tust, undsoweiter undsoweiter. Doch während diese Sprüche nie wirklich etwas in mir verändert haben, selbst das Nachdenken darüber nicht, haben meine Erfahrungen dazu geführt, dass ich jetzt verstehe, was damit gemeint ist, und diese Einstellung fühle und lebe.
Deswegen bin ich sehr dankbar, dass es mir möglich war, dieses Auslandssemester zu erleben, das für mich so viel mehr war als das. Insbesondere möchte ich an dieser Stelle nochmal meinen Eltern danken: ohne eure Unterstützung in jeder Hinsicht wäre all das natürlich nicht im Entferntesten möglich gewesen. Danke.
When I left Germany roughly 6 months ago, my sister gave me letters for certain situations. I never opened the one that says 'whenever you feel homesick'. I wanted to make the best out of every single day, and looking back, I think I did. Leaving Berkeley feels like leaving home. It hurts, and only the thought that I will return some day makes it bearable to take the flight back to Europe.
The dominant feeling about my semester abroad is thankfulness. I am incredibly thankful that I got the opportunity to study at this outstanding university and to learn so many things in such an educated environment. I am thankful for the experiences I could make there and while I was traveling. I am thankful that I got to know the most impressive, interesting, inspiring and wonderful people. You made me recover my passion for people.
I will miss Berkeley's diversity that can be found in every single part of everyday life, and the liberal and active attitude of Berkeley students. I will miss to live as close to the city - I never got used to the beauty of San Francisco. I fell in love with it even more with every minute I spent there, and every area I explored underlined the variety that this amazing city has to offer. I will miss the stunning and multifaceted nature, the continuously fantastic weather and the Californian lifestyle, including the open-mindedness and kindness of everyone.
I experienced the most beautiful, adventurous, funniest and abstrusest things. I am heading back now with a mind full of people and times to remember, and a lot of stories to tell.
Before I leave I just want to say one more thing: thank you to every single one of you who made my time in the states what it was and will stay: unforgettable.
Nun liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zwischen dem Verfassen dieser Zeilen und dem heutigen Tag. Nichtsdestotrotz war es mir ein Anliegen, die Geschichte dennoch zu Ende zu schreiben und das Erlebte bis zum Schluss festzuhalten. Dies liegt vor allem daran, dass diese Monate für mich sehr bedeutsam waren. Ich habe das direkt nach meiner Rückkehr festgestellt (nach der ich übrigens wochenlang mit einer verschleppten Bronchitis gekämpft habe), aber auch in den Monaten danach. Ich war selbstbewusster, habe mir nicht länger eingeredet, introvertiert zu sein und Schwierigkeiten zu haben, neue Leute kennen zu lernen, und traute mir verstärkt selbst zu, meine Ziele zu erreichen und meine Pläne in die Tat umzusetzen.
Die Erfahrungen, die ich in Amerika gemacht habe, haben viel in mir bewegt. Die Erfahrung, dass vieles möglich ist, wenn man den Willen zur Umsetzung mitbringt, nicht aufgibt und einem das Glück ein wenig in die Hände spielt. Die Erfahrung, dass sich alles immer irgendwie fügt, auch wenn man bei Besteigen des Flugzeugs oder des Autos noch nicht weiß, wo man am Abend schläft und zwischendurch an den eigenen Ideen zweifelt. Die Erfahrung, dass Offenheit und der Mut, auf Menschen zuzugehen, oft mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft belohnt wird. Die Erfahrung, dass man durch das Leben an anderen Orten und auf Reisen so vieles lernen kann über Kulturen, seine Mitmenschen und auch sich selbst. Die Erfahrung, dass man überall auf der Welt Freunde finden kann, die einem erhalten bleiben. Die Erfahrung, dass große Träume und Pläne sich in die Gegenwart verwandeln können. Und die Erfahrung, dass man aktiv lenken kann, was passiert.
Ich denke, das ist für mich auch rückblickend die wichtigste Erkenntnis gewesen. Mein Leben prasselt nicht auf mich ein, ist nichts, was ich nur passiv erlebe und mich überrollt. Meine früheren Erfahrungen prägen mich, aber bestimmen nicht, wer ich bin. Ich kann selbst bestimmen, wie ich auftrete, wie ich meine Zeit gestalte und mit wem ich meine Zeit verbringe. Wenn ich ein Ziel habe, dann kann ich das erreichen.
Alles ist möglich. Mach das Beste daraus. Das klingt so wahnsinnig plakativ, wie ein Spruch aus einem Glückskeks. Ständig hört man diese Sprüch - carpe diem, lebe deinen Traum, tu was du liebst und lieb was du tust, undsoweiter undsoweiter. Doch während diese Sprüche nie wirklich etwas in mir verändert haben, selbst das Nachdenken darüber nicht, haben meine Erfahrungen dazu geführt, dass ich jetzt verstehe, was damit gemeint ist, und diese Einstellung fühle und lebe.
Deswegen bin ich sehr dankbar, dass es mir möglich war, dieses Auslandssemester zu erleben, das für mich so viel mehr war als das. Insbesondere möchte ich an dieser Stelle nochmal meinen Eltern danken: ohne eure Unterstützung in jeder Hinsicht wäre all das natürlich nicht im Entferntesten möglich gewesen. Danke.
Die letzten beiden Wochen
Die letzten beiden Wochen verbrachte ich tagsüber in Berkeley, stöberte durch einige mir noch unbekannte oder meine Lieblingsgeschäfte und Gegenden wie die 4th St, die sehr schön war und sich wieder stark von der Gegend um den Campus unterschied, probierte ein paar asiatische, italienische oder jüdische Restaurants aus, die noch auf meiner Liste standen, traf mich ein letztes Mal mit meinen Freunden, dem Deutschstammtisch und meiner Rotaract Familie, zog abends mit Andy um die Häuser in die Bars Berkeleys und erledigte Notwendiges wie den Verkauf von Lehrbüchern und meinem Fahrrad. Und ich ließ mir ein Helix stechen, sodass ich dies auch mit Berkeley und meiner Zeit dort verbinden konnte. Eines Abends brachte Angel ihre neue couchsurfing-Freundin Julia mit, die aus Dortmund war, und mit der wir eine Frat-Party besuchten - ich bereute es nicht, dass dies meine erste war, und wir verließen das Haus bald wieder um ins Jupiter zu gehen. Außerdem sah ich mir mit Angel und Julia ein Training des Quidditch-Teams an, wenigstens einmal wollte ich das live gesehen haben.
In der Gegend um Berkeley gab es auch noch den ein oder anderen Ort für mich zu entdecken - das Claremont Canyon National Preserve wanderte ich mit Andy am Wochenende hinauf, verbunden mit einem anschließenden Abschlussdinner bei den Donnelleys. Mit Ayaka schaute ich mir den Indian Rock an, von dem so viele Kommilitonen geschwärmt hatten, der sich allerdings nur als Fels inmitten einer Wohngegend herausstellte, weswegen wir spontan in den Tilden Park fuhren und dort einen sehr schönen kleinen Bauernhof fanden sowie ein paar schöne Waldwege.
Einmal besuchte ich Emmanuel in San José, wobei wir dort nur zu Mittag essen und dann in seinem Cabriolet nach Santa Cruz fuhren, wo wir das wunderschöne Wetter am Strand genossen, uns sogar überwunden und uns kurz in die kalten Wellen waren, und uns mit Eis und einem langen Strandspaziergang einen schönen Tag machten.
Und schließlich fuhr ich mit Andy an einem Abend nach Oakland, um auch dort ein paar Kneipen kennen zu lernen - interessant war vor allem das Beer Revolution in Oakland, das etwa fünftig Biersorten vom Fass anbietet.
Vor allem aber versuchte ich, in meinen letzten Tagen San Francisco noch besser kennen zu lernen. Einmal erkundeten Andy und ich die Gegend um die Irving St., auf die ich durch eine Tramfahrt aufmerksam geworden war, die wunderschönen mosaikbesetzten Hidden Garden Steps rund um die Moraga St., den Landsend Park und die Cheesecase Factory, ein andermal besuchten wir die Cal Academy of Science Nightlife - ein Event, bei dem das Museum nachts seine Pforten für Erwachsene öffnete, die sich das Museum ansehen konnten, während Musik lief, Alkohol verkauft und getanzt wurde - und das Exploratorium für ein ähnliches Event mit Rebecca und Julia. Einmal landeten wir mit Julia und ihrer Freundin bei einer sehr strangen Worldmusic-Party, die wir zugunsten der Polk St. wieder verließen, oder zogen von vornherein durch die Bars auf der Polk St. Auch in San Francisco probierte ich noch einige Restaurants aus, mit Olivia besuchte ich nach einem gemeinsamen Abendessen eine Bar, in der Stand-Up-Comedy geboten wurde, was auch sehr lustig war.
Einen Tag lang lief ich die Market St. und die Geary St. entlang bis zum Jefferson Square Park, der eher langweilig war, und weiter zum Alamo Square, an dem ich ein oft gesehenes Postkartenmotiv wiedererkannte - eine Reihe schicker Häuser, im Hintergrund die Skyline San Franciscos. Schließlich ging ich noch hinauf in den Buena Vista Park, von dem man ebenfalls eine tolle Sicht auf die Stadt hatte, nur leider etwas von Bäumen verdeckt. Jedoch entdeckte ich dabei die Corona Heights, die ich am nächsten Tag nochmal bestieg und die, inmitten einer Nachbarschaft gelegen, einen grandiosen Blick über die Stadt boten. Beim Laufen durch die Haight St. wurde mir klar, dass ich das Viertel Haight/Ashbury gerne eher entdeckt hätte, da es mir mit seinen bunten Geschäften, Secondhandladen, Boutiquen, Cafés, Graffitis und alternativem Flair am besten gefiel.
Einen weiteren Tag verbrachte ich mit meinem Rad in San Francisco, was anstrengender war, als ich vorher gedacht hätte, da einige Straßen unfassbar steil sind. Doch um den Golden Gate Park zu erkunden, eignete sich das Rad perfekt, und ich sah mir neben dem Japanese Tea Garden den de Young Tower und den See inmitten des Parks an.
Schließlich verbrachte ich auch meinen letzten Abend in San Francisco und ging mit einigen Freunden, darunter Andy, Julia, René, Olivia und Rebecca, noch ein letztes Mal feiern.
Am nächsten Morgen gingen wir brunchen, den Rest des Tages verbrachte ich damit, all meine Dinge in den viel zu klein wirkenden Koffer zu stopfen, zwischendurch die Krise zu bekommen, alles wieder auszupacken und von vorne zu beginnen. Andy fuhr mich netterweise noch zum Flughafen, und während dieser letzten Fahrt durch die Straßen Berkeleys war mir außerordentlich seltsam zumute. Es fühlte sich unwirklich an, diesen Ort zu verlassen, da er für mich in diesen Monaten ein echtes Zuhause geworden war, mit vielen Freunden, die ich hier zurücklassen würde, und vielen einzigartigen Erlebnissen und Erfahrungen. Ich hatte nach wie vor noch so viele Punkte auf meiner Liste offen, die ich in Kalifornien entdecken wollte, und selbst in Berkeley gab es viele Ecken, die ich mir gerne öfter und intensiver angesehen hätte. Doch nun hieß es unweigerlich, vorerst Abschied zu nehmen von dieser Stadt.
In der Gegend um Berkeley gab es auch noch den ein oder anderen Ort für mich zu entdecken - das Claremont Canyon National Preserve wanderte ich mit Andy am Wochenende hinauf, verbunden mit einem anschließenden Abschlussdinner bei den Donnelleys. Mit Ayaka schaute ich mir den Indian Rock an, von dem so viele Kommilitonen geschwärmt hatten, der sich allerdings nur als Fels inmitten einer Wohngegend herausstellte, weswegen wir spontan in den Tilden Park fuhren und dort einen sehr schönen kleinen Bauernhof fanden sowie ein paar schöne Waldwege.
Einmal besuchte ich Emmanuel in San José, wobei wir dort nur zu Mittag essen und dann in seinem Cabriolet nach Santa Cruz fuhren, wo wir das wunderschöne Wetter am Strand genossen, uns sogar überwunden und uns kurz in die kalten Wellen waren, und uns mit Eis und einem langen Strandspaziergang einen schönen Tag machten.
Und schließlich fuhr ich mit Andy an einem Abend nach Oakland, um auch dort ein paar Kneipen kennen zu lernen - interessant war vor allem das Beer Revolution in Oakland, das etwa fünftig Biersorten vom Fass anbietet.
Vor allem aber versuchte ich, in meinen letzten Tagen San Francisco noch besser kennen zu lernen. Einmal erkundeten Andy und ich die Gegend um die Irving St., auf die ich durch eine Tramfahrt aufmerksam geworden war, die wunderschönen mosaikbesetzten Hidden Garden Steps rund um die Moraga St., den Landsend Park und die Cheesecase Factory, ein andermal besuchten wir die Cal Academy of Science Nightlife - ein Event, bei dem das Museum nachts seine Pforten für Erwachsene öffnete, die sich das Museum ansehen konnten, während Musik lief, Alkohol verkauft und getanzt wurde - und das Exploratorium für ein ähnliches Event mit Rebecca und Julia. Einmal landeten wir mit Julia und ihrer Freundin bei einer sehr strangen Worldmusic-Party, die wir zugunsten der Polk St. wieder verließen, oder zogen von vornherein durch die Bars auf der Polk St. Auch in San Francisco probierte ich noch einige Restaurants aus, mit Olivia besuchte ich nach einem gemeinsamen Abendessen eine Bar, in der Stand-Up-Comedy geboten wurde, was auch sehr lustig war.
Einen Tag lang lief ich die Market St. und die Geary St. entlang bis zum Jefferson Square Park, der eher langweilig war, und weiter zum Alamo Square, an dem ich ein oft gesehenes Postkartenmotiv wiedererkannte - eine Reihe schicker Häuser, im Hintergrund die Skyline San Franciscos. Schließlich ging ich noch hinauf in den Buena Vista Park, von dem man ebenfalls eine tolle Sicht auf die Stadt hatte, nur leider etwas von Bäumen verdeckt. Jedoch entdeckte ich dabei die Corona Heights, die ich am nächsten Tag nochmal bestieg und die, inmitten einer Nachbarschaft gelegen, einen grandiosen Blick über die Stadt boten. Beim Laufen durch die Haight St. wurde mir klar, dass ich das Viertel Haight/Ashbury gerne eher entdeckt hätte, da es mir mit seinen bunten Geschäften, Secondhandladen, Boutiquen, Cafés, Graffitis und alternativem Flair am besten gefiel.
Einen weiteren Tag verbrachte ich mit meinem Rad in San Francisco, was anstrengender war, als ich vorher gedacht hätte, da einige Straßen unfassbar steil sind. Doch um den Golden Gate Park zu erkunden, eignete sich das Rad perfekt, und ich sah mir neben dem Japanese Tea Garden den de Young Tower und den See inmitten des Parks an.
Schließlich verbrachte ich auch meinen letzten Abend in San Francisco und ging mit einigen Freunden, darunter Andy, Julia, René, Olivia und Rebecca, noch ein letztes Mal feiern.
Am nächsten Morgen gingen wir brunchen, den Rest des Tages verbrachte ich damit, all meine Dinge in den viel zu klein wirkenden Koffer zu stopfen, zwischendurch die Krise zu bekommen, alles wieder auszupacken und von vorne zu beginnen. Andy fuhr mich netterweise noch zum Flughafen, und während dieser letzten Fahrt durch die Straßen Berkeleys war mir außerordentlich seltsam zumute. Es fühlte sich unwirklich an, diesen Ort zu verlassen, da er für mich in diesen Monaten ein echtes Zuhause geworden war, mit vielen Freunden, die ich hier zurücklassen würde, und vielen einzigartigen Erlebnissen und Erfahrungen. Ich hatte nach wie vor noch so viele Punkte auf meiner Liste offen, die ich in Kalifornien entdecken wollte, und selbst in Berkeley gab es viele Ecken, die ich mir gerne öfter und intensiver angesehen hätte. Doch nun hieß es unweigerlich, vorerst Abschied zu nehmen von dieser Stadt.
Disneyland und die Abenteuer rund um den Lake Tahoe
Ich blieb noch eine weitere Nacht bei Olivias Familie und machte mich lange vor Sonnenaufgang auf den Weg Richtung Los Angeles, um gegen 9 Uhr Paul,
Rebeccas Bruder, zu treffen. Er hatte sich bereit erklärt, mich zu
begleiten, wenn ich mir an diesem Tag einen meiner
langjährigsten Kindheitsträume erfüllen würde: ein Besuch im Disneyland. Der Park
erschien mir kleiner als erwartet, dennoch schafften wir es nicht, alle
Attraktionen zu fahren. Mit Theo hatte ich einen erfahrenen
Disneyland-Besucher an meiner Seite (Familien in der Umgebung bekamen
vergünstigste Jahreskarten), der mir die besten rides empfahl.
Peinlicherweise war ich mir den halben Tag nicht sicher, ob er Paul oder
Theo hieß, da sich da Facebook und der Name, wie ihn seine Familie
nannte, widersprachen - durch einen Zufall klärte sich dies
glücklicherweise am Nachmittag. Mich überraschte die Detailgenauigkeit
und liebevoll durchdachte Gestaltung der einzelnen Welten und war
begeistert von dem Gefühl, nacheinander im Dschungel, Weltall,
Wunderland oder über den Dächern von Paris zu sein. Nach einem
zauberhaften Tag fuhren wir noch in ein mir bis dato unbekanntes Diner
und ich durfte noch ein weiteres Mal bei Rebeccas Familie übernachten.
Am
nächsten Morgen trat ich die Rückreise nach Berkeley an. Da ich
niemanden gefunden hatte, der in diesem Zeitraum auch nach
Nordkalifornien musste, war ich gezwungen, die 660 km alleine zu
bewältigen. Nach acht Stunden Fahrt war ich endlich am Ziel, holte
meinen Koffer und mein Fahrrad bei den Donnelleys ab und zog bei Andy
ein - er hatte mir angeboten, die letzten beiden Wochen bei ihm zu
wohnen, was ich dankend annahm. Doch zunächst hieß es auch für uns
nochmal: auf ins Auto, und auf zum nächsten Roadtrip.
Am
Freitag fuhren wir los in Richtung Norden und kamen am frühen Abend an
unserem Ziel, Reno, in Nevada nahe des Lake Tahoe gelegen, an. Colin,
ein couchsurfer, beherbergte uns auf seinem Dachboden mit Blick auf die
Dächer Renos. Nach einem Erkundungsspaziergang durch das eher
unspektakuläre Downtown, lediglich auffällig durch die vielen Casinos
und Weddings Chapels, und über den Campus, kauften Andy und ich ein und
kochten für Colin, seine Mitbewohner und deren Freunde Kässpätzle als
Zeichen unserer Dankbarkeit. Gemeinsam zogen wir los und kehrten in The
ole Bridge ein, einer der vielen urigen Pubs Renos. Dort empfahlen uns
ein paar Leute, uns unbedingt Virginia City anzusehen. Gesagt, getan.
Tags darauf begaben wir und also kurzerhand in die sogenannte
Geisterstadt. Auf einem Berg gelegen zogen sich ein paar Bars und
Geschäfte entlang, die aussahen, als seien sie in der Zeit stehen
geblieben. Wie in alten Western Filmen ließen sich Schwingtüren in
Kneipen öffnen, und jedes Haus hatte seine eigene Gruselgeschichte zu
bieten, inklusive der kleinen Kirche am Ortsende. Die Bewohner der
kleinen Städtchens wirkten etwas verschroben auf uns, überall wurden wir
sofort als fremd identifiziert und wie Aliens angestarrt, viele
Sehenswürdigkeiten waren geschlossen, das angeblich sagenhafte Toffee
schmeckte viel zu süß und die uns als geisterhaft beschriebene Stimmung rührte lediglich von der Stille und Einsamkeit in diesem Städtchen. So fuhren wir, nicht wirklich von Virginia Citys Reiz überzeugt, zumindest noch am Lake Tahoe vorbei, der bereits in vollkommene Dunkelheit getaucht war. Der riesige See erstreckte sich vor uns und entschädigte uns für den wenig erfüllenden Ausflug in die seltsame Stadt. Nach einem Abendessen in einem asiatischen Restaurant testeten wir abermals eine der Bars in Reno und vereinbarten, am nächsten Tag den Aufstieg auf den Mr. Rose zu wagen. Ich fühlte mich zunehemnd schlechter und mein Husten klang alles andere als gesund, doch wir wollten unbedingt wenigstens einmal wandern und den See von oben betrachten. Zudem wurde der Trail, den wir laufen wollten, als familien- und freundlich beschrieben.
So brachen wir am nächsten Morgen auf, stellten unser Auto auf einem Parkplatz ab und suchten den Trail. Außer einem schneebedeckten Hügel konnten wir wenig erkennen, und so stapften wir einfach mitten hindurch auf der Suche nach einem Weg. Nach wenigen Metern war ich bereits genervt - ich hasste es, auf eisigem Untergrund auszurutschen oder in Schnee knöcheltief einzusinken. Doch Andy war optimistisch, dass sich die Bedingungen nach diesem Hügel bessern würden. Er behielt Recht, und wir wanderten eine Weile durch einen schönen Schneewald, zwischendurch immer wieder einsinkend in den Schnee, da kein Schild oder Weg erkennbar war und wir mehr oder weniger dem Gefühl entsprechend liefen. Durch ein Tal hindurch ging es anschließend steiler weiter, und nun machte sich auch die Höhe bemerkbar, in der wir unterwegs waren - mittlerweile befanden wir uns auf über 3000 Metern Höhe. Ein Highlight ergab sich, als uns ein anderer Wanderer entgegenkam - der einzige für diesen Tag. Natürlich hatte er Schneeschuhe an. Uns war klar, dass wir nicht ausreichend ausgerüstet waren und der Weg nicht die einfachsten Bedingungen bot, doch wir motivierten uns gegenseitig, wenigstens bis zu einem Punkt zu laufen, von dem aus man den See sehen konnte. An einer besonders steilen Stelle nutzten wir die Gelegenheit, um einen Hang hinunterzurutschen - wir waren ohnehin mal wieder einem irreführenden Weg gefolgt. Es ging steil weiter, über Felsen hinweg, und endlich konnten wir den See in der Ferne entdecken. Das Panorama war zweifelsohne wunderbar anzusehen, doch mir fehlten bereits die Kräfte, durch das Einsinken im Schnee war dieser in meine Schuhe eingedrungen, und der bevorstehende Abstieg ohne klaren Weg machte mich nervös. Andy wollte sogar noch bis hinauf zur Spitze, doch da es schon nach 14 Uhr war, wollte ich das Risiko nicht eingehen. Wir traten den Rückweg an, und wählten diesmal den vermeintlich richtigen Weg quer durch das Tal hindurch, der uns schneller ans Ziel bringen sollte. Leider liefen wir nun völlig falsch und sanken aller paar Schritte bis zur Hüfte in den Schnee ein. Vorher war dies auch immer mal wieder passiert und hatte uns eher noch zum Schmunzeln gebracht, jetzt zehrte es an unseren Kräften, aller paar Meter aus dem Schnee klettern zu müssen, nur um wenige Sekunden später wieder einzusinken. Einmal sank ich sogar in eine Kuhle hinein und lag vollends unter der Schneedecke. Ich hatte keine Lust mehr, weiterzuwandern, hatte auch kaum noch Kraft, konnte durch meine angeschlagene Lunge nur schwer atmen und befand mich noch dazu in nassen Klamotten. Doch Alternativen boten sich keine: Handyempfang hatten wir nicht, und da wir nur für einen Day Hike ausgerüstet waren, mussten wir es bis zum Auto zurück schaffen. Wir kämpften uns weiter, sprachen uns gut zu, und versuchten uns nicht nervös zu machen. Nachdem wir wieder im Wald waren, hofften wir, den Wanderweg wieder zu finden, doch abermals liefen wir ständig falsch. Andy navigierte uns mittlerweile mit seinem GPS-System, sodass wir einigermaßen in die richtige Richtung liefen, doch nichtsdestotrotz versanken wir nach wie vor im Schnee, und wenn wir uns endlich auf ein paar Metern Weg befanden - was nie lange der Fall war - war dieser vereist. Zu allem Überfluss fing es nun an, dunkel zu werden. Andy hatte seine Stirnlampe dabei, die er mir gab, und er benutzte seine Handytaschenlampe als Lichtquelle. Meine Angst übermannte mich fast, da man kaum noch sah, wohin man trat, und meine Gedanken formten sich ungewollt zu Schreckensbildern, wie ich ausrutschte und in die Tiefe stürzte oder wir uns vollends verliefen und das Auto nicht erreichen würden. Während der letzten Stunden befand ich mich in einem tranceähnlichen Zustand, in dem ich mich zwang, Schritt vor Schritt zu setzen, während ich gegen die Angst in mir ankämpfte. Ich stelle keine Fragen zum Weg mehr und lief einfach Andy hinterher durch die Dunkelheit. Nach quälenden, sich wie eine Ewigkeit anfühlenden Minuten, waren wir auf einmal wieder auf dem Anfangshügel, und mit einem Mal sahen wir den Parkplatz und unser Auto wieder. Acht Stunden hatten wir gebraucht, und vor Erleichterung fing ich an zu weinen, als wir wieder im Auto saßen. Jetzt erzählte mir Andy, dass ihm die Situation auch nicht gefallen habe. Nun, da wir wieder im Auto waren, könne er mir auch erzählen, was ihn zusätzlich beunruhigt hatte: ihm waren im Schnee Bärenspuren aufgefallen...
Im gesammelten Wasser in unseren Schuhen watend kauften wir noch Zutaten für Burritos ein, wollten dann aber nur noch duschen und schlafen.
Am nächsten Tag fuhren wir entlang dem Lake Tahoe und entschieden uns für eine kurze Wanderung entlang des Rubicon Trail. Am See war es erstaunlich warm, kein Schnee war weit und breit zu sehen, der Weg war befestigt und viele Menschen in Sichtweite, und all das belebte unsere Lebensgeister und wir genossen die schnelle Wanderung entlang des ruhigen, erhabenen Sees. Wir kletterten über Klippen und legten dort eine Mittagspause ein, und diesmal verlief der Rückweg wie geplant und wir waren vor geplanter Zeit wieder zurück am Auto und bereit, die Rückfahrt anzutreten. Zurück in Berkeley musste ich von George Abschied nehmen, der mir in den zwei Wochen ein lieber Reisebegleiter geworden war, und mir den Spaß am Fahren wieder gezeigt hatte. Und dann begannen bereits die letzten beiden Wochen meiner Zeit in Amerika...
Roadtrip II - Palm Springs, Grand Canyon und Las Vegas
Nach
vielen Stunden Fahrt durch trockene Einöde erreichten Jasmijn und ich
gegen Nachmittag einen grünen Fleck inmitten der Wüste - das kleine
Städchen Palm Springs. Wir fuhren in das nächstbeste Motel und nahmen uns
dort ein Zimmer - ich wartete im Auto, während Jasmijn sich um die
Formalitäten kümmerte. Trocken erklärte sie, als sie wieder im Auto saß, wir hätten ein Upgrade auf die Kings
Suite bekommen. Daraufhin blickten wir uns ungläubig an und prusteten
los. Eine riesige Suite mit zwei Doppelbetten und riesigem Wohnzimmer
erwartete uns und wir glaubten langsam nicht mehr an einen Zufall bei
unserem Glück. Wir schnappten uns einen Pullover und fuhren
dann zu unserem nächsten Ziel: der Aerial Tramway. Auf
der Höhe von etwa 2600 m stiegen wir aus und staunten nicht schlecht - wir
befanden uns mitten in einem Schneewald. Die nächsten Stunden genossen
wir es, durch den Schnee zu wandern und auf unserer Route - wie es der
Name Desert View Trail versprach - immer wieder wunderschöne Aussichtspunkte hinunter auf die Wüste zu erreichen. Es war ein
verrücktes Gefühl, am vergangenen Tag noch im Bikini am Strand gelegen
zu haben und nun im Schnee zu wandern. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit
kehrten wir zum Ausgangspunkt zurück, nahmen die Seilbahn in Richtung
Tal, kauften ein paar Kleinigkeiten im nächsten Supermarkt, machten ein
kleines Hotelpicknick und gingen früh schlafen, noch erschöpft von den
letzten Tagen und im Wissen, am nächsten Morgen noch bei Dunkelheit
aufzubrechen.
Wie
geplant befanden wir uns bei Morgengrauen bereits seit einigen Stunden
auf der Straße. Da Jasmijn vielmehr als ich ein Morgenmensch war, hatte
sie sich bereit erklärt zu fahren und so konnte ich noch ein wenig im
Beifahrersitz schlummern. Auf einmal weckte mich Jasmijn und rief mit
panischer Stimme, dass die Polizei hinter uns sei. Das Polizeiauto
hinter uns hatte bereits das Blaulicht angemacht, schnell fuhren wir an
den rechten Straßenrand. Vor lauter Aufregung wussten wir zunächst
nicht, wie wir das Fenster öffnen sollten, und der Police Officer wurde
zunehmend verärgerter. Durch das mittlerweile geöffnete Fenster
informierte er uns, dass wir zu schnell gefahren seien und bat Jasmijn
um Abgabe ihres Führerscheins zur Erhebung ihrer Daten. Während er in
seinem Wagen hinter uns ihre Papiere prüfte, hofften wir, dass er sich
mit Jasmijns vorläufigem Führerschein zufrieden geben würde.
Glücklicherweise war dies der Fall, jedoch konnte er uns keine Auskunft
darüber geben, in welcher Höhe das Bußgeld sein würde. Der strenge
Officer ermahnte uns, nach seiner Rückkehr in sein Auto nicht das Auto
zu verlassen und ruhig weiterzufahren. Jasmijn jedoch zitterte vor
Aufregung und bat mich, für sie zu fahren. So wechselten wir kurz die
Plätze und wurden sogleich dafür gerügt - der Officer ermahnte uns via
Lautsprecher, das nächste Mal besser zuzuhören. Aufgelöst und
gleichzeitig schon fast erleichtert, nicht erschossen worden zu sein
oder im Knast gelandet zu sein (das Gehabe des Officers hätte dies fast
vermuten lassen) setzten wir unsere Fahrt fort durch die trockene
Landschaft Arizonas. Leider unterschätzten wir die geringe Dichte von
Tankstellen in der Gegend und fuhren unseren Tank bis auf die letzten
Reservetropfen hinunter - im letzten Moment erreichten wir endlich eine
Tankstelle. Nach ein paar weiteren Stunden erreichten wir die letzte
Raststätte vor dem Nationalpark Grand Canyon und hatten dort nach
unserem unglücklichen Start in den Tag wieder einen
stimmungsaufhellenden Moment: ein Paar im Auto neben uns bemerkte, dass
wir auf dem Weg zum Grand Canyon waren, da wir in einer Karte unsere
weitere Route diskutierten. Sie empfohlen uns für die letzten
Tageslichtstunden eine mit dem Auto befahrbare Route mit mehreren
Aussichtspunkten und gaben uns obendrein ihr Parkticket für den
Nationalpark, das noch ein paar Tage gültig war und von ihnen nicht mehr
genutzt werden würde. Nachdem unser favorisiertes Motel geschlossen
war, suchten wir uns ein Zimmer in einem Hostel und fuhren dann die uns
empfohlene Route ab. Der Blick in den Canyon, der sich uns von den
verschiedenen Plätzen bot, war gigantisch. Wir genossen es, der Sonne
beim Untergehen hinter den Canyon zuzusehen und traten dann die
Rückreise an, nicht ohne aus Versehen auf autofreiem Gelände
herumzukurven. Dabei gabelten wir eine junge Frau auf, die uns
geradeheraus bat, bei uns duschen zu dürfen. Anne war Niederländerin und
lebte seit einigen Monaten in ihrem Auto, da sie eine Weltreise machte.
Gerne nahmen wir sie mit und machten uns einen gemütlichen Abend auf
dem Zimmer mit unseren Essensresten vom Vorabend.
Am
nächsten Morgen standen wir wieder vor dem Morgengrauen auf, packten
unsere Rucksäcke für den Tag und fuhren gemeinsam mit Anne in den
Nationalpark. Nachdem wir uns eine Karte der verfügbaren Routen sowie
Tipps über deren Zugänglichkeit eingeholt hatten, ließen wir von einer
Aussichtsplattform den Sonnenaufgang über dem Canyon auf uns wirken.
Anschließend fuhren wir zum South Kabib Trail und starteten dort unsere
Wanderung. Steil ging es bergab und bereits nach wenigen Minuten bot
sich uns ein fantastischer Blick über die Weiten des Canyon. Der Trail
war gut befestigt und so kamen wir schnell voran, mit einem
ununterbrochenen Blick auf den Canyon aus verschiedenen, stets
beeindruckenden Perspektiven. Immer wieder begegneten wir anderen
Wanderern, von denen uns eine Gruppe nach unserer Route fragte und davor
warnte, zu spät den Aufstieg zu beginnen, da wir zwar mit unserer
Einschätzung der Zeit des Sonnenuntergangs richtig lagen, jedoch nicht
beachtet hatten, dass die Dunkelheit sich weiter unten im Canyon bereits
bis zu einer Stunde vorher ausbreiten würde. So entschieden wir uns ein
Stück den Canyon hinabzurennen - ein wahnsinniges Gefühl. Auf einem
Plateau sahen wir ihn schließlich, den Colorado River, der einst den Canyon
ausgehöhlt hatte. Nach einer Mittagspause auf dem Plateau entschieden
wir uns, getrennte Wege zu gehen - Anne, die weitaus risikofreudiger als
wir war und im Verlauf unserer Wanderung desöfteren Handstände am Rand
der Klippen für Fotos gemacht hatte, wollte es bis zum Fluss schaffen
und erst dann den Aufstieg beginnen. Jasmijn und ich, beide
gesundheitlich etwas angeschlagen und unsicher, ob wir dies schaffen
würden, entschieden uns für den Rückweg. Den gleichen Rückweg zu nehmen
erschien uns jedoch langweilig und laut Karte und persönlicher Auskunft der
Rezeptionistin vom Morgen gab es über das Plateau hinweg einen kurzen
Trail, der uns zu einem anderen Aufstiegstrail führen würde. Nach zehn
Minuten hatten wir den unscheinbaren Beginn des Wegs gefunden und
anfangs genossen wir die Wanderung durch die kleinen Büsche und
Pflanzen, doch nach etwa einer Stunde wurden wir nervös - sollten wir
nicht längst den anderen Trail erreicht haben? Hatten wir uns verlaufen,
waren wir überhaupt noch auf dem richtigen Weg? Uns fiel auf, dass wir
keinem Menschen mehr begegnet waren seit wir diese Route eingeschlagen
hatten. Sollten wir zurücklaufen und bis zum Fluss laufen, wo es
Übernachtungsmöglichkeiten gab oder würde die Zeit dafür auch nicht mehr
reichen? Wenn wir nun weiterliefen, würden wir in der Dunkelheit
wandern müssen? Schreckensszenarien machten sich in unseren Köpfen
breit: wir beide einsam im dunklen Canyon, auf Eis ausrutschend und in
die Tiefe stürzend oder gezwungen, im bis in den Minusbereich kalt
werdenden Canyon ohne Schlafsack schlafend. Ohne uns abzusprechen,
redeten wir nicht länger darüber und setzten unseren Weg stumm,
verbissen und schnell fort, um uns nicht gegenseitig in Panik zu versetzen. Doch innerlich wurde ich zunehmend panischer
und hatte das Gefühl, gar nicht mehr auf einem vorgesehen Weg zu laufen
sondern mitten in der einsamen Einöde herumzuirren. Irgendwann, nach
Minuten, die sich wie Stunden anfühlten, erreichten wir plötzlich den
Bright Angel Trail, und bald begegneten uns auch wieder andere Wanderer.
Wieder einmal erfülte uns das Gefühl von riesiger Erleichterung. Nun
begann der Anstieg, der wie erwartet um einiges anstrengender war als
der Weg nach unten und entsprechend länger dauerte. Der zunehmend
schnee- und eisbedeckte Weg sowie unsere angeschlagenen Lungen machten
uns zu schaffen, zudem machte sich die körperliche Erschöpfung
bemerkbar. Immer öfter mussten wir pausieren und schafften es jedoch
immer wieder, uns gegenseitig zu motivieren. Entgegenkommende Wanderer
fragten wir, wie lange der Eingang entfernt war, und eine Familie sprach
uns besonders viel Mut zu. Um 17.15 Uhr war es soweit: wir erreichten
den Anfang des Trails, exakt acht Stunden nach Beginn unserer Wanderung.
Ein überwältigendes Glücksgefühl überkam uns: wir hatten es geschafft!
23 Kilometer waren wir gewandert und hatten dabei jeweils einen
Höhenunterschied von fast einem Kilometer überwunden. Die uns bekannte
Familie stand bei uns in der Nähe, beglückwünschte uns zu unserem Erfolg
und lud uns ein, mit ihnen ein paar Knabbereien und Bier zu genießen.
Gerne nahmen wir das Angebot an und bald hatten wir so auch neue Freunde in
Flagstaff. Wir belohnten uns schließlich mit einer heißen Dusche und
einem Besuch bei einer nahegelegenen Pizzeria.
Am nächsten Morgen schliefen wir aus und machten uns dann auf den Weg nach Las Vegas, unsere letzte gemeinsame Etappe. In einem netten Café auf dem Weg frühstückten wir und versuchten erfolglos, hohe Schuhe zu finden, da uns erzählt worden war, dass wir ohne diese kaum in einen Club in Las Vegas gelassen würden. Meine Freundin Olivia kam aus einem Vorort von Las Vegas und konnte zwar selbst nicht da sein, organisierte jedoch, dass wir bei ihrer Familie schlafen konnten. Olivias Eltern lebten in einem prachtvollen Haus inmitten einer Gated Community, ihre Mutter, eine quirlige und liebevolle Frau, empfing uns überaus herzlich. Sie empfiehl uns ein Shopping Center, in dem wir erneut unser Glück versuchten und diesmal auch fündig wurden. Abends bereitete sie uns ein leckeres Abendessen vor und bot uns an, den Whirlpool zu beheizen. Da wir unsere Beine noch vom Vortag spürten, nahmen wir das Angebot gerne an, schlüpften in unsere Bikinis, schnappten uns unser Glas Rotwein und flitzten durch den kalten Garten hinein in den beheizten Whirlpool. "That's the good life, Sarah. We are so lucky." meinte Jasmijn treffend, während wir uns dort entspannten. Wieder energetisiert entschieden wir, uns den Strip mal anzusehen, und Jasmijn erklärte sich bereit, nichts zu trinken und zu fahren. Wir waren beeindruckt von den vielen Casinos, der Leuchtreklame und all den anderen Klischees, die bedient wurden. Von Männern im Anzug wurden uns Flyer für Stripclubs und Limousinenfahrten angeboten, auf ein Angebot, uns in einen Club zu bringen, gingen wir schließlich auch ein, da er mit 20$ inklusive einem Getränk noch recht günstig war. Dreimal wurden wir anderen Begleitpersonen übergeben, die sicherlich alle Provision bekamen, und liefen durch das Bellagio zum hauseigenen Club The Bank. Eine Rolltreppe führte uns nach Ausweiskontrolle schließlich hinein in den Club, der sich auf drei Etagen erstreckte, aber nicht besonders groß war. Wir lernten bald unabhängig voneinander Männer kennen, die einen Junggesellenabschied feierten, und wurden bald eingeladen, mit ihnen zu feiern. So kamen wir in den Genuss, an einem VIP-Tisch mit eigener Bedienung auf Getränke eingeladen zu werden. Entsprechend verlief der Rest der Nacht...
Jasmijn
und ich wollten am Folgetag noch ein paar Casinos besuchen, und
staunten über den Fluss und das nachgeahmte Tageslicht in nachgebauten
Gassen inmitten des Venetian, über die Statuen und Wasserspiele im
Caesar's Palace, die Gärten im La Mirage und die Trostlosigkeit der
übernächtigten, verbrauchten Spielertypen an den Tischen der Casinos.
Während draußen ein grauer, nieseliger Schleier über der Stadt lag, war
in den riesigen Casinos kein Unterschied zwischen Tag und Nacht spürbar.
All das war uns fremd und auf eine besondere Art dadurch beeindruckend,
aber versetzte uns nicht in euphorisches Staunen, sondern vielmehr
angeekeltes Unverständnis. Das mit Gold bemalte Plastik wirkte billig,
die Dekorationen und Attraktionen zu groß, fehlplaziert und
unauthentisch. Wir verspielten ein paar Dollar und spazierten noch ein
wenig herum, doch nach drei Casinos waren wir bereits vollkommen
reizüberflutet. Den Gedanken, in eine Show zu gehen, verwarfen wir
aufgrund des Preises und den Nachwirkungen der letzten Nacht und
entschieden uns, nach einer kurzen Fahrt den Strip entlang, zum Haus
zurückzukehren. Dort genossen wir es, gemütlich mit Olivias Eltern zu
essen und fernzusehen und dabei abschalten zu können von den Eindrücken
dieser verrückten Stadt.
Tags
darauf hatten wir keine Lust, uns den Trubel abermals anzutun, zumal
uns von Olivias Mum versichert worden war, dass Las Vegas noch mehr
bieten könnte als den Strip. So fuhren wir zum Redrock Canyon, zunächst
entlang des Scenic drive, der sein Versprechen hielt und uns tolle
Aussichten über weite Flächen und hohe, rote Felsblöcke bot.
Anschließend wanderten wir zum La Madre Spring, der uns in der
Information als sehr schöner Wanderweg empfohlen worden war und eine
frische, sprudelnde Quelle als Ziel versprach. Etwas enttäuscht
erblickten wir nach unserer langweiligen Wanderung
mit Blick auf einen einzigen großen Red Rock das kleine Rinnsal, verschmutzt und
klein, das die Quelle sein sollte. Doch nichtsdestotrotz empfanden wir die Wanderung
als schön, da wir uns mal wieder gut unterhielten.
Zurück bei George fuhren wir noch zum sagenhaften Hoover Dam und waren
von dem riesigen Bau beeindruckt. Wir spazierten ein wenig umher und
fuhren nach dem Sonnenuntergang zurück zum Haus, nahmen noch ein letztes
Abendessen zu uns, ich fuhr Jasmijn
zum Flughafen, und dann hieß es Abschied nehmen. Wir hatten uns fest
vorgenommen, uns wieder zu treffen und gemeinsam zu verreisen, da wir eine
sehr gute Zeit zusammen verbracht hatten und unsere Art zu reisen sehr
gut zueinander passte. So war der Abschied traurig, aber auch geprägt
von dem Gefühl, das Beste aus unserer Zeit gemacht zu haben.
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